Grüner Blitz bei Sonnenuntergang: So gelingt die Beobachtung

· von Erik Halvorsen · 4 Min. Lesezeit

Grüner Blitz bei Sonnenuntergang: So gelingt die Beobachtung

Der grüne Blitz gehört zu den flüchtigsten Phänomenen, die der Himmel zu bieten hat: ein kurzer, meist nur ein bis zwei Sekunden langer grüner Lichtsaum, der exakt in dem Augenblick aufblitzt, in dem die Sonne hinter der Horizontlinie verschwindet. Wer ihn erwischen will, braucht freien Horizont, klare Luft und vor allem Geduld. Reiner Zufall ist es nicht, ein Garant aber auch nicht. Manche Beobachter warten jahrelang darauf, ohne ihn je zu sehen, andere erwischen ihn beim ersten Versuch.

Was ist der grüne Blitz überhaupt?

Der Effekt beruht auf Lichtbrechung in der Erdatmosphäre. Sonnenlicht wird beim Durchqueren der Luftschichten ähnlich wie bei einem Prisma leicht aufgespalten. Rotes Licht wird dabei am wenigsten abgelenkt, blaues und grünes Licht am stärksten, doch das blaue Licht verschwindet zusätzlich durch Rayleigh-Streuung aus der Sichtlinie. Was im allerletzten Moment übrig bleibt, wenn nur noch ein hauchdünner Sonnenrand zu sehen ist, ist ein grüner Saum, der aufleuchtet und sofort wieder erlischt.

Dabei unterscheidet man mehrere Varianten:

Welche atmosphärischen Bedingungen sind nötig?

Der grüne Blitz fällt nicht einfach vom Himmel. Er folgt klaren physikalischen Voraussetzungen, und wer die kennt, erhöht seine Chancen erheblich:

Die besten Beobachtungsorte

In Mitteleuropa ist der grüne Blitz seltener zu beobachten, aber keineswegs unmöglich. Am ehesten gelingt er an der Nord- oder Ostsee, wenn die Sicht sehr klar ist und eine stabile Hochdrucklage herrscht, etwa an jenen trockenen Herbsttagen mit auffallend blauem Himmel bis zum Horizont.

Sicher beobachten: Was unbedingt zu beachten ist

Vorweg der wichtigste Hinweis: Man darf niemals direkt und ungeschützt in die Sonne blicken, solange sie noch hell und über dem Horizont steht. Das kann die Netzhaut dauerhaft schädigen, und zwar ohne Vorwarnung, da die Netzhaut selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt.

Praktische Tipps für mehr Erfolgschancen

  1. Einen Tag mit stabilem Hochdruckwetter und guter Fernsicht wählen, am besten nach vorheriger Wetterprüfung.
  2. Mindestens 15 Minuten vor Sonnenuntergang am Beobachtungsort sein, um sich in Ruhe einzurichten.
  3. Fernglas oder Teleobjektiv wirklich erst im allerletzten Moment einsetzen.
  4. Mehrfach beobachten, denn auch erfahrene Himmelsbeobachter erwischen den Effekt oft erst nach dem fünften oder sechsten Versuch.
  5. Wetter- und Luftfeuchtigkeitsvorhersagen vorab checken, um besonders klare Abende gezielt auszuwählen.

Fazit

Der grüne Blitz bleibt ein faszinierendes, aber extrem flüchtiges Resultat atmosphärischer Lichtbrechung. Er verlangt freien Horizont, klare Luft und die passende Temperaturschichtung, mehr nicht, aber eben auch nicht weniger. Mit etwas Geduld, dem richtigen Standort und ein paar einfachen Sicherheitsregeln, vor allem dem Verzicht auf ungeschütztes Blicken in die helle Sonne, lässt sich die Chance auf dieses seltene Naturschauspiel deutlich steigern.

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