Meteorschauer der Südhalbkugel: Monat für Monat für Einsteiger

· von Erik Halvorsen · 4 Min. Lesezeit

Meteorschauer der Südhalbkugel: Monat für Monat für Einsteiger

Wer auf der Südhalbkugel lebt oder dort Urlaub macht, hat Zugang zu einigen der eindrucksvollsten Meteorschauer des Jahres. Viele davon bekommt man von der Nordhalbkugel aus kaum zu Gesicht, manche gar nicht. Dieser Guide führt Einsteiger Monat für Monat durch das Jahr und zeigt, wann und wo sich ein Blick nach oben wirklich lohnt.

Warum die Südhalbkugel besonders ist

In Australien, Namibia oder Patagonien findet man Himmel, die man im dicht besiedelten Europa kaum noch kennt: wirklich dunkel, fast ohne Lichtverschmutzung. Dazu kommt ein weiterer Vorteil, der oft übersehen wird. Viele Radianten, also die Punkte am Himmel, von denen die Meteore auszugehen scheinen, stehen von Süden aus viel höher oder sind überhaupt erst von dort sichtbar. Für Hobby-Astronomen ist das fast schon unfair gut.

Was Einsteiger wissen sollten

Januar: Quadrantiden (eingeschränkt sichtbar)

Die Quadrantiden gehören eigentlich der Nordhalbkugel. Von den nördlichen Teilen Australiens oder Südamerikas aus lassen sich in den frühen Morgenstunden trotzdem einige erhaschen. Die ZHR kann theoretisch bis auf 120 klettern, allerdings dauert das Maximum oft nur wenige Stunden. Wer die Nacht verpasst, hat Pech gehabt.

März: Keine großen Hauptschauer

Ein ruhiger Monat ohne nennenswerte Hauptschauer. Nicht die schlechteste Zeit allerdings, um sich einfach mit dem südlichen Nachthimmel vertraut zu machen, zum Beispiel mit dem Kreuz des Südens als Orientierungspunkt.

April: Lyriden und Eta-Aquariiden-Vorboten

Die Lyriden, mit Maximum um den 22. April, sind von der Südhalbkugel aus nur mäßig sichtbar. Spannender wird es gegen Ende des Monats, wenn die Eta-Aquariiden langsam anlaufen.

Mai: Eta-Aquariiden – Highlight der Südhalbkugel

Hier beginnt die Hauptsaison. Mit einer ZHR von bis zu 50 zählen die Eta-Aquariiden zu den besten Schauern, die der Süden zu bieten hat. Ihr Ursprung: Staubkörner, die der Halleysche Komet vor Jahrtausenden zurückließ.

Juli: Südliche Delta-Aquariiden

Ein Schauer, der zu Unrecht wenig Aufmerksamkeit bekommt. Das Maximum liegt um den 30. Juli, die ZHR bei moderaten 16 bis 20. Der Vorteil: Aktivität über mehrere Wochen verteilt. Für Einsteiger praktisch, denn verpasst man eine Nacht wegen Wolken, gibt es noch ein Dutzend weitere Gelegenheiten.

August: Überlappung mit den Perseiden

Die Perseiden gehören streng genommen dem Norden. Südlich des Äquators sieht man nur niedrige Raten, meist im Doppelpack mit den noch aktiven Delta-Aquariiden. Kein Hauptgrund für eine Beobachtungsnacht, aber ein netter Bonus, falls man ohnehin draußen ist.

Oktober: Orioniden

Wieder Staub vom Halleyschen Kometen, diesmal mit Maximum um den 21. Oktober und einer ZHR von etwa 20. In den Morgenstunden gut zu beobachten, ohne großen Aufwand.

November: Südliche Tauriden und Leoniden

Die südlichen Tauriden liefern zwar nur eine ZHR von rund 5, dafür sind sie berüchtigt für ihre auffallend hellen Feuerkugeln, richtige Himmelsblitze. Die Leoniden laufen parallel und sind teilweise ebenfalls sichtbar.

Dezember: Geminiden – der Höhepunkt des Jahres

Jetzt wird es richtig spannend. Die Geminiden, Maximum um den 14. Dezember, gelten als der zuverlässigste und ergiebigste Schauer überhaupt, mit einer ZHR von bis zu 150. Von der Südhalbkugel aus bestens sichtbar, vor allem in den Stunden nach Mitternacht. Wer im Jahr nur eine Nacht für Meteorbeobachtung reservieren will: diese.

Praktische Tipps für Einsteiger

Fazit

Vom zuverlässigen Mai-Highlight der Eta-Aquariiden bis zum Dezember-Feuerwerk der Geminiden bietet die Südhalbkugel das ganze Jahr über Gründe, nachts draußen zu bleiben. Mit etwas Planung, einem dunklen Platz und ein wenig Geduld lässt sich dieses Naturschauspiel auch ohne Vorkenntnisse genießen.

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